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Geschichte:

Mit der Bewilligung der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft mit multiethnischem Spezialzugang Anfang 2016 wurde der Grundstein von MASALA in heutiger Form gelegt. Hat die Ausbegleitung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge noch bis in den Herbst 2018 angehalten, so ist Anfang des Jahres 2016 der Wechsel einer UMF Einrichtung zur sozialpädagogischen Wohngemeinschaft mit multiethnischem Spezialzugang vollzogen worden.

Diese Entstehung und Weiterentwicklung haben die Entwicklung des Angebots entscheidend geprägt. Die Auseinandersetzung und Einflechtung transkultureller Inhalte in den sozialpädagogischen Kontext sowie fachkundige Fortbildungen lassen nur einen Rückschluss zu. Masala wird zukünftig weiterhin Kinder und Jugendliche mit multiethnischer Herkunft betreuen. Um den jungen Menschen kulturelle Anknüpfungspunkte bieten zu können, hat die Praxis gezeigt, dass eine Ausgewogenheit zwischen österreichischen und fremden Kulturaspekten von Vorteil ist.

Im Zuge des Neubaus in der Austinstraße und der einhergehenden Erweiterung von Masala auf zwei Wohngruppen, bot sich eine ausgezeichnete Gelegenheit das Angebot nach zu schärfen, um den aktuellen Herausforderungen des pädagogischen Alltags Stand halten zu können. Das Betreuungskonzept wurde überarbeitet und angepasst und um ein Sexualpädagogisches Konzept erweitert.

Angebote und Ziele:

Seit Ende 2019 können in MASALA, der sozialpädagogischen Inklusionswohngemeinschaft, 18 sozialpädagogische Plätze, davon maximal 8 Individualbetreuungsplätze und weitere 4 teilstationäre Plätze in 2 Wohngruppen nach dem Normkostenmodell des Landes NÖ angeboten werden.

Die Zielgruppe der Inklusionswohngemeinschaft umfasst österreichische und ihnen gleichgestellte Kinder und Jugendliche im Aufnahmealter von 6 – 14 Jahren. In Ausnahmefällen kann eine Aufnahme bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres angedacht werden. Die Betreuung der jungen Menschen in MASALA ist bis zur Volljährigkeit vorgesehen und kann, nach den Vorgaben der Vorschrift Volle Erziehung, bis zum 21. Lebensjahr verlängert werden.

Die Sicherung des Kindeswohles durch die Versorgung in einer stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen einer ehestmöglichen Rückkehr des jungen Menschen in die Familie oder ein anderes familienähnliches und tragfähiges System ist als generelles Ziel der vollstationären Plätze zu fokussieren. Kann eine Rückführung nicht angestrebt werden, so liegt der sozialpädagogische Schwerpunkt in der Begleitung des jungen Menschen in die Verselbständigung.

Durch die Implementierung des individualbetreuten und teilstationären Angebots rücken eine große Aufgabe und Ziel zugleich in den Mittelpunkt der sozialpädagogischen Herausforderungen. Es gilt fortan, im Spannungsfeld der unterschiedlichsten Welten und Realitäten der jungen Menschen Momente des Kindseins kreativ herzustellen und Sequenzen des Spiels, dem verantwortungsvollen Miteinander und der miteinhergehenden Entwicklung sowie Integration und Inklusion zu ermöglichen.

MASALA bietet verstärkte Elternarbeit bei anbahnenden Rückführungen und bei teilstationären Plätzen an. Das teilstationäre Angebot stellt eine Erziehungshilfe im Rahmen der Vollen Erziehung dar und wird tagsüber bis maximal 18:00 Uhr, an schulfreien Tagen und bei Bedarf auch in den Ferien angeboten. In enger Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten wird möglichen Betreuungs- und Versorgungsdefiziten entgegengewirkt.

Neben einer partizipativen, Familien-, Lebenswelt- und Sozialraum- orientierten Grundhaltung beeinflusst und prägt das Konzept der neuen Autorität nach Haim Omer die pädagogische Haltung in MASALA nachhaltig.

7 Säulen der Neuen Autorität:

  • Präsenz und wachsame Sorge
  • Selbstkontrolle und Eskalationsvorbeugung
  • Unterstützungsnetzwerke und Bündnisse
  • Protest und Gewaltloser Widerstand
  • Gesten der Wertschätzung und Versöhnung
  • Transparenz und partielle Öffentlichkeit
  • Wiedergutmachungsprozesse