AFit:

Die Gruppenbetreuung für Jugendliche begann im Jänner 2006 auf dem Areal der Emmausgemeinschaft Viehofen mit Unterstützung des AMS St. Pölten und der NÖ Landesregierung. Der Name "WorkOut" stand für „Trainieren“ bzw. „Erfahrungen sammeln“.

Bis Ende 2007 wurden in Kooperation mit dem Land NÖ und dem AMS NÖ maximal 6 Jugendliche (Mädchen und Burschen) im Alter zwischen 15 und 21 Jahren zeitgleich betreut (bei einer individuellen Kursdauer von höchstens sechs Monaten).

Eine Vereinbarung mit dem Land NÖ und dem AMS NÖ erlaubte ab Jänner 2008 eine Erhöhung der im Schnitt pro Werktag teilnehmenden Jugendlichen auf maximal 12. Im Jänner 2013 wurde das WorkOut-Konzept angepasst. Verstärkt wurden die Angebote sowohl für kognitiv als auch für psychisch beeinträchtigte Jugendliche. Seit Juli 2013 finanzierte das Sozialministeriumservice in Zusammenarbeit mit dem AMS NÖ das Qualifizierungsprojekt „WorkOut“. Das Angebot wurde nach einem Umbau in Viehofen auf 24 Plätze erweitert.

2014 war das Programm AusbildungsFit-WorkOut eines der sechs Pilotprojekte in NÖ.

Seit Jänner 2016 hieß das Projekt Produktionsschule-Zentralraum und konnte nun 28 Jugendliche aufnehmen. Inzwischen gibt es in NÖ sieben Produktionsschulen, die verteilt in allen Bezirken mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten, die Nachholbedarf bei schulischen, sozialen und persönlichen Kompetenzen haben.

Mit Jänner 2020 wurde das Projekt wieder in AusbildungsFit-Zentralraum umbenannt.

Sozialministeriumservice Produktionsschule

NEBA Netzwerk Berufliche Assistenz Produktionsschule
NEBA ist eine Initiative des Sozialministeriumservice

Vormodul AFit:

 Im Rahmen der Durchführung des Angebots von AusbildungsFit hat sich gezeigt, dass es immer wieder Jugendliche gibt, für die der Einstieg in AusbildungsFit zu hochschwellig ist. Manche Jugendliche schaffen es nicht, zumindest 16 Wochenstunden in einem strukturierten Projekt zu verbringen und regelmäßig anwesend zu sein. Dies kann unterschiedliche Gründe haben, die zum Teil in psychischen Beeinträchtigungen, multiplen Problemlagen, Krisensituationen, Ängsten, etc. begründet sein können. Um diese Jugendlichen zu erreichen und ein möglichst niederschwelliges Angebot zur Heranführung an den Besuch von AusbildungsFit oder eine weiterführende Ausbildung zu setzen wurde das Angebot von AusbildungsFit um ein Vormodul ergänzt, das diesen Herausforderungen Rechnung tragen soll.

Ziel:

Das Ziel des Vormoduls ist, ebenso wie in AusbildungsFit, die Erreichung einer individuellen Ausbildungsfähigkeit. Dies kann entweder bereits nach Absolvierung des Vormoduls gegeben sein, oder die Jugendlichen steigen in AusbildungsFit um und erreichen dieses Ziel im Rahmen einer weiteren Teilnahme in AFit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Team AFit

AFit

Entwickeln Jugendliche während ihrer Pflichtschulzeit nicht die erforderlichen Basiskompetenzen, erschwert das den Einstieg in eine Berufsausbildung. Diese Jugendlichen können die fehlenden Kompetenzen in AusbildungsFit-Zentralraum entwickeln und nachholen.

Gearbeitet wird dabei auf unterschiedlichen Ebenen: Praktisches Tun kombiniert mit kognitiven Lernleistungen und ergänzt durch soziales Lernen in der Gruppe, Sport und individualisiertes Coaching. Gemeinsam werden die Einstiegsvoraussetzungen für jenes Berufsfeld trainiert, das den Möglichkeiten der Jugendlichen am besten entspricht und ihnen, entsprechend ihrem Potential, auch die besten Entwicklungschancen bietet.

 

Coaching

Im Zentrum von AusbildungsFit steht die individuelle Planung und Begleitung der Entwicklung des Jugendlichen durch Coaching. Als Bezugspersonen spielen die Coaches für die Jugendlichen eine wesentliche Rolle. Sie begleiten die Jugendlichen durch die gesamte Dauer der Produktionsschule-Zentralraum und besprechen mit ihnen laufend ihre Fortschritte und Ziele.

Durch das Coaching werden die einzelnen individuellen Angebote geplant und koordiniert.

Bei Bedarf werden die Eltern sowie soziale oder gesundheitliche Unterstützung durch das Coaching miteinbezogen.

 

Trainingsmodul

Trainingsmodule beinhalten das praktische Arbeiten und Trainieren der Jugendlichen in Gruppen.

In den Trainingsmodulen gehen die Jugendlichen sinnvollen Tätigkeiten nach. Die Trainingsmodule sind auf die von den Jugendlichen zu erbringenden Aktivitäten und auf die jeweilige Ausgangslage und individuelle Zielsetzung abgestimmt. Eingeteilt werden Subgruppen mit den Schwerpunkten Aktivierung (Einstiegshilfe), Übung (Training, berufliche Orientierung …) und Spezialisierung (für eine spätere Berufsausbildung).

 

Wissenswerkstatt

In der Wissenswerkstatt werden Kompetenzen im Bereich der Kulturtechniken und der Neuen Medien erarbeitet sowie die Persönlichkeit durch Aktivitäten gefördert. Lebenspraktische Kompetenzen werden trainiert und Kreativtraining sowie Ergotherapie angeboten.

Eine große Methoden- und Angebotsvielfalt umfasst Einzel- und Gruppenarbeiten genauso wie Workshops, Exkursionen, fächerübergreifende Projekte, Kreativangebote, erlebnispädagogische Angebote oder individuelle Freiarbeit – ein interessantes und motivierendes Lernumfeld für die TeilnehmerInnen.

 

Sportliche Aktivitäten und Ernährung

Sport ist gemeinschaftsfördernd, stärkt das Selbstbewusstsein, bildet die Persönlichkeit, baut Aggressionen ab, fördert Disziplin und Durchhaltevermögen und hat in AusbildungsFit-Zentralraum einen hohen Stellenwert.

Die Sportaktivitäten sollen für die Jugendlichen von AusbildungsFit-Zentralraum attraktiv sein und ihnen unmittelbare Erfolgsmomente ermöglichen.

Weil gesunde Ernährung und ein gesunder Körper unmittelbar zusammenwirken, wird mit den Jugendlichen regelmäßig gekocht und „Ernährung“ auch theoretisch thematisiert.

 

Dauer AFit

Laufender Einstieg über Zuweisung durch Jugendcoaching/AMS.

Voraussichtliche Dauer: 12 Monate
Wochenstunden: max. 27,5 Std.
Kurszeiten: Mo-Fr, 09:00-15:00 Uhr
Organisationsform: 2 Gruppen zu je 14 Jugendlichen mit zwei bis drei TrainerInnen pro Gruppe

 

Vormodul AFit:

Auch im Vormodul werden die 4 Module von AusbildungsFit umgesetzt. Die Jugendlichen erweitern in der Wissenswerkstatt ihre Kulturtechniken, erproben sich im Training in handwerklichen Fähigkeiten und trainieren ihre Arbeitstugenden, im Modul Sport und Ernährung geht es um Bewegung und gesunde Ernährung und im Modul Coaching werden die Jugendlichen individuell über ihre gesamte Teilnahmedauer begleitet. Die Ausgestaltung der Module lehnt sich an die Module in AusbildungsFit an, es wird jedoch noch individueller auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingegangen. Die Inhalte werden sehr flexibel abgestimmt und es werden auch Projektarbeiten angeboten.

Dauer Vormodul AFit

Laufender Einstieg über Vermittlung durch das Jugendcoaching, durch andere Einrichtungen oder aber auch auf Eigeninititative.

Voraussichtliche Dauer: 6 Monate

Wochenstunden: maximal 15 Std., flexibel einteilbar

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 09.00 bis 15.00 Uhr

Organisationsform: 1 Gruppe mit 6 Jugendlichen und 2 Coach_innen

AFit: Wen wir aufnehmen – die Zielgruppen

AusbildungsFit wendet sich an Jugendliche bis zum vollendeten 21. Lebensjahr bzw. bis zum vollendeten 24. Lebensjahr (bei entsprechender Indikation):

  • Jugendliche nach Absolvierung der 9. Schulstufe, die aktuell keinen weiteren Schulbesuch in Erwägung ziehen, für die herkömmlichen Angebote aber noch keine Ausbildungsfähigkeit haben und für die die Möglichkeit zur Nachreifung in speziellen „schulfernen“ Trainingsangeboten sinnvoll ist, um weitere Schritte in der Aus- bzw. Berufsausbildung zu setzen.
  • Jugendliche außerhalb des Schulsystems – sog. außerschulische aber auch systemferne Jugendliche (NEETs) – die Nachreifung benötigen, um die nächsten Schritte zur Integration in eine Berufsausbildung bzw. den Arbeitsmarkt zu bewältigen.
  • Jugendliche, die vom AMS AusbildungsFit zugewiesen werden (mit vorheriger Abklärung der Zielgruppenzugehörigkeit durch das Jugendcoaching).

Der Zugang zu AusbildungsFit-Zentralraum wird über eine enge Zusammenarbeit zwischen Jugendcoaching und AMS partnerschaftlich geregelt.

Dem Jugendcoaching obliegt die Aufgabe, jenen Jugendlichen, die ihrer Einschätzung nach einen Nachholbedarf im Bereich Kulturtechniken sowie Neue Medien und soziale Kompetenzen aufweisen, eine Teilnahme zu empfehlen.

Vormodul AFit: Wen wir aufnehmen - Zielgruppen

Die Zielgruppe ist im Wesentlichen ident mit der Zielgruppe von AusbildungsFit. Es handelt sich um Jugendliche ab 15 Jahren bis maximal 24 Jahren (bei Jugendlichen mit einer Behinderung, SPF sowie sozial-emotionalem Unterstützungsbedarf), die aufgrund von Defiziten im Bereich definierter Basiskompetenzen (Kulturtechniken und/oder soziale Kompetenzen), die eine Berufsausbildung absolvieren wollen, aber derzeit mit einer Berufsausbildung überfordert sind. Darüber hinaus können Jugendliche jedoch noch zusätzliche Problemlagen und Bedarfe aufweisen. Darunter fallen Jugendliche, die innerhalb größerer Gruppen überfordert sind und einen noch engeren Betreuungsschlüssel brauchen oder geringere Verbindlichkeit aufweisen. Das Zielgruppensegment kann darüber hinaus noch weitere besondere Eigenschaften ausweisen:

  • Jugendliche mit abweichendem Lebenswandel und Neigung zu jugendlichem Risikoverhalten, die unzureichende Unterstützung aus dem Herkunftsmilieu erhalten.
  • Jugendliche, die kaum mobil sind und mit den strukturellen Rahmenbedingungen, die ein Tagesstrukturangebot oder ein Beratungs-und Begleitungsangebot verlangen, überfordert sind.
  • Jugendliche, die über bestehende Angebote nur schwer zu erreichen sind, die aus mannigfachen Gründen vielfach nicht motiviert bzw. nicht dazu in der Lage sind, sich selbständig um die berufliche bzw. Ausbildungsperspektive zu kümmern.
  • Jugendliche, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt am ehesten durch ein unverbindliches Angebot zu erreichen sind. Dazu können auch jugendliche Schulabbrecher_innen mit sehr negativen Erfahrungen im Schulsystem gehören, welche teils unrealistische Vorstellungen mitbringen.
  • Jugendliche, die zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausreichend psychisch stabil für AusbildungsFit sind, jedoch nicht akut psychisch krank sind.
  • Jugendliche, die Druck nicht oder nur schwer aushalten können (zB Mobbingopfer).
  • Jugendliche mit Gewalterfahrungen aber auch Gewaltbereitschaft und teilweise hohem Aggressionspotential, die im geschützten Rahmen begleitet werden können.
  • Insgesamt ist damit das Zielgruppensegment des Vormoduls deutlich heterogener und weist erheblich mehr multiple Problemlagen auf, als jenes des regulären AusbildungsFit.  

Kontaktadressen des Teams

Hier finden sie die Kontaktdaten des Teams AusbildungsFit-Zentralraum